Wie funktioniert kognitive Verhaltenstherapie? Kann eine Veränderung des Verhaltens wirklich meine Befindlichkeit verändern oder ist das nicht doch eher Einbildung?

Das beste Indiz für ihre Wirksamkeit ist die Tatsache, dass die Verhaltenstherapie als einziges Verfahren wissenschaftliche Anerkennung genießt, da ihre Wirkung sogar in neuronalen Veränderungen nachgewiesen werden kann.

Grundgedanke der kognitiven Verhaltenstherapie ist die Annahme, dass einmal erlerntes Verhalten auch wieder verlernt oder umgelernt werden kann. So auch das automatische Erzeugen von bestimmten Gefühlen, denn auch Gefühle zählen für die Verhaltensforscher zum Verhalten. Gefühle, negative wie positive, entstehen dabei durch bestimmte Gedanken, die ihnen vorausgehen. Eine Situation erzeugt in uns einen Gedanken, mit dem wir sie bewerten. Das heißt, erst der Gedanke gibt der Situation ihre Bedeutung. Aufgrund dieser Bedeutung entsteht in uns ein bestimmtes Gefühl, das uns zu einer Reaktion veranlasst.

Indem man die eingefahrene Abfolge von Situation > bewertendem Gedanken > Gefühl > Reaktion unterbricht und lernt, Situationen realistisch zu beurteilen, kann eine dauerhafte Veränderung des Gefühlslebens herbeigeführt werden. Dies verlangt viel Übung und eine geschärfte Aufmerksamkeit des Patienten für seine inneren Vorgänge. Während in der ersten Zeit die Reaktionskette noch bewusst wahrgenommen wird und das Gefühl durch einen inneren Dialog gemäßigt werden muss, automatisiert sich dieser Prozess sehr bald und führt zu einem neuen Verhalten, das ein neues emotionales Gleichgewicht mit sich bringt.